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preußische Festungen
Historischer Verein zu Peitz
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Datum Geschichtliches Ereignis mit Quellenangabe Abbildung
  12. Jahrhundert
1136 Die Lausitz gehört dem deutschen Staat an. Damit setzt eine planmäßige Besiedlung dieses Landstrichs durch aus dem Westen zugewanderte deutsche Siedler ein. Gemeinsam mit der einheimischen slawischen Bevölkerung werden Dörfer und Städte gegründet und der Wald zur Anlage von Feldern gerodet. Fast alle Dörfer bestehen in ihrer ursprünglichen, z. T. nur unwesentlich erweiterten oder veränderten Form bis heute.

Es kann angenommen werden, daß auch die Gründung von Peitz im 12. oder 13. Jahrhundert erfolgte.
Markus Agthe: Kapitel Ur- und Frühgeschichte in Heft 1 - "Streifzug durch die Peitzer Geschichte von den Anfängen bis zum 18. Jahrhundert" der Schriftenreihe des Fördervereins für die Museen der Stadt Peitz
  13. Jahrhundert
1294 Die Burg und die dazugehörige Siedlung wurde vermutlich zum Schutz einer Passstelle über die Malxe angelegt. Ein Relikt dieser mittelalterlichen Bebauung findet sich noch heute im Festungsturm in Form eines Holzbrettes im Festsaal, welches von einem Baum stammt, der um oder nach 12941 gefällt wurde. Zudem sind heute noch an der Ost- und Nordseite des Festungsturmes Reste der vermauerten gotischen Fensteröffnungen und Reste der ehemaligen Zinnen des alten Burgturmes erkennen2.
1 ... Dendrochronologische Untersuchung von Dr. B. Heußner vom 07.04.1995.
2 ... Malcherowitz: "Der Bau der Festung Peitz 1559-1562 - Der Streit zwischen Kaiser Ferdinand I. und Markgraf Johann von Küstrin" in 450 Jahre Festung Dresden, Tagungsband zum Symposium am 11.11.2005, Sandstein Verlag Dresden. S. 135-149
mittelalterliche Burganlage Peitz
  14. Jahrhundert
03.08.1301 Die erste urkundliche Erwähnung von Peitz erfolgte als "Pizne opidum et castrum" in einer in Dahme ausgestellten Verkaufsurkunde1.

Diese Urkunde belegt den Verkauf der Grenzmark Lausitz für 6.000 Mark in Silber an den Magdeburger Erzbischof, Burchard III. von Schroplau durch Theoderich den Jüngeren, Landgraf von Thüringen, Markgraf des Ostens und der Lausitz. Neben Peitz werden in dieser Urkunde 23 weitere Städte, Burgen und Ortschaften genannt.

Dieser Kaufvertrag wurde jedoch nie rechtswirksam, da die staatsrechtlich erforderliche Lehensauflassung der Lausitz durch Theoderich vor dem deutschen König infolge des Kriegszustandes zwischen dem Reich und dem Markgrafen nicht zustande kam.
1 ... Originalurkunde im Statni Ustredni Archiv V Praze, Bestand Archiv Ceske koruny Inv. Nr. 49
Verkaufsurkunde 1301
25.10.1367 Erste urkundliche Erwähnung der Peitzer Zollstelle in der Dammzollstraße. Seit alters her lag Peitz an einer alten Fernhandelsstraße. Alle Waren, die aus dem Sächsischen über Bautzen und Spremberg nach Cottbus und weiter nach Frankfurt transportiert wurden, mussten über die Peitzer Zollstelle geleitet werden. Die Zollstelle war über viele Jahrhunderte eine wichtige Einnahmequelle für die Stadt. Weitere Informationen sind hier zu finden.
Christoph Malcherowitz, Die Dammzollstraße - Lebensnerv einer Stadt, S. 6, Schriftenreihe Geschichte und Geschichten aus Peitz, Heft 2, herausgegeben vom Förderverein für die Museen der Stadt Peitz e.V.
Zollstelle in der Peitzer Dammzollstraße
25.11.1371 Durch ein Dekret Kaiser Karl IV. wird der Verlauf der Handelsstraße über die Zollstelle in Peitz bestätigt. Die Zollstelle in Fehrow wird geschlossen und nach Cottbus verlegt. Weitere Informationen sind hier zu finden. Für die Dammzollstraße bestand spätestens ab diesem Zeitpunkt ein Zollstraßenzwang, der auch mit Gewalt durchgesetzt wurde.
  15. Jahrhundert
08.08.1436 Durch die wiederholten Hussiteneinfälle in die Lausitz, stellten sich die Pfandinhaber von Peitz, die Schenken Heinrich und Albrecht von Landsberg, unter brandenburgischen Schutz. Landvogt Johann von Polenz, der die Lausitz 1422 von König Sigismund erworben hatte, lehnte diesen Schutzvertrag ab, da er befürchtete, dass Peitz über kurz oder lang in den Herrschaftsbereich der Brandenburger gelangen würde. Er forderte die Schenken auf, diesen Vertrag mit den Brandenburgern zu beenden. Da sich die Schenken jedoch weigerten, schloss Polenz mit den Sachsen ein Bündnis, dessen Ziel die Rückeroberung von Peitz und die Beendigung des Bündnisses zwischen den Schenken und den Brandenburgern war. Der sächsische Hauptmann von QUERFURT erobert die Stadt Peitz nach einer Belagerung mit einer 160 Mann starken Streitmacht. Weitere Informationen sind hier zu finden.
11.08.1442 Peitz wird brandenburgisch
Kurfürst Friedrich II. gelingt es durch geschickte Finanzdiplomatie den Pfandbrief von Schenk Heinrich von Landsberg zu erwerben. Durch diesen Pfandbrief wird Kurfürst Friedrich II. zum rechtmäßigen Pfandinhaber von Peitz. Peitz wird damit brandenburgisch. Wenig später erscheinen 30 brandenburgische Reiter vor den Toren der Stadt Peitz und nehmen Schloß und Stadt für den Kurfürsten in Besitz. Weitere Informationen sind hier zu finden.
15.04.1448 Reinhard von Cottbus wird aus Dankbarkeit, da er 1445 seinen Anteil an der Herrschaft Cottbus an den Kurfürsten verkauft hat, auf Lebenszeit mit der Vogtei Peitz belehnt.
05.06.1462 Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen kommt es zum sogenannten "Frieden von Guben"1, in dem das Haus Brandenburg die Herrschaft Cottbus, die Vogtei Peitz, das Ländchen Teupitz, Bärwalde, den Hof Groß-Lübben, sowie die Anwartschaft auf Beeskow und Storckow erhielt.

Somit waren Cottbus und Peitz zu einer brandenburgischen Enklave mitten in böhmischen Landen geworden.
1 ... Franz Groger, Urkundliche Geschichte der Stadt und ehemaligen Festung Peitz, S. 39-40
Brandenburgische Exklave Peitz in Böhmen
  16. Jahrhundert
25.06.1511 Im Rahmen einer Verwaltungsreform vereinigt Kurfürst Joachim I. die beiden Ämter Cottbus und Peitz zu einem organisatorischen Ganzen und setzt seinen getreuen Rat, Heinz RÖDER, als Amtshauptmann ein. Als Wohnort wird ihm das Schloß zu Peitz zugewiesen, wobei diese Wohnsitznahme nur von kurzer Zeit war, denn in einem späteren Schreiben wird ihm Cottbus als Wohnsitz bewilligt.
1545 In einem Ratsrechnungsbuch werden 2 Stadttore und Zugbrücken genannt. Archäologische Grabungen am Lieberoser Tor belegen, dass bereits im Mittelalter ein Stadttor vorhanden war und die Stadt durch eine Umwallung oder Stadtmauer geschützt war.
Peitzer Stadtbuch 1545-1559, Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Rep. 8 Peitz Nr. 9, Fol. 2
06.12.1559 Beginn Festungsbau
Markgraf Johann von Küstrin weilt in Peitz und bespricht mit dem Amtshauptmann BERTHOLD von Mandelsloh und dem Baumeister Jeronimus ARKANAT die Einzelheiten zum Bau der Peitzer Festung. Es wird ein "Vortzeichnis der bevestigung zur Peitz wie die gerüssen und im grunde angelegt soll werden" verfasst, in dem die geplante Größe der Zitadelle beschrieben wird. Mit dem Teilabriss der alten Burganlage und dem Bau der ersten Festungsanlage wird daraufhin begonnen.
Absteckung einer Bastion
18.12.1559 Bauordnung zum Festungsbau
Die im Dezember erlassene Bauordnung regelt bis ins kleinste Detail den Tagesablauf der Arbeiter. Bei Übertretungen waren Geld- und Körperstrafen vorgesehen. Gearbeitet wurde sechs Tage die Woche von Montag bis Samstag, Sonntag war Ruhetag. Die Arbeiter wurden am Morgen mit einer Baustellenglocke zur Arbeit gerufen. Ebenso wurde der jeweilige Beginn und das Ende der Pausen durch die Glocke angezeigt. Der erste Arbeitsabschnitt umfasste drei bis vier Stunden, je nach Tageslänge. Dann gab es eine Pause von einer halben Stunde. Nach weiteren drei Stunden gab es eine Pause von einer Stunde. Wiederum nach drei Arbeitsstunden wurde wieder ein Pause von einer Stunde gewährt. Danach hatten die Arbeiter bis zum Einbruch der Dunkelheit zu arbeiten.

Doch nicht nur die Arbeitszeit war genau fixiert worden, sondern auch die Entlohnung für gewisse Arbeitsleistungen und natürlich auch Strafen. So verlor ein Arbeiter seinen halben Wochenlohn, wenn er am Montag nicht zur Arbeit erschien. Kam er erst am Dienstag auf die Baustelle, verlor er seinen gesamten Lohn. Erschien ein Arbeiter nach dem Läuten der Arbeitsglocke bis zu einer halben Stunde zu spät, sollte er von einer Aufsichtsperson in der Ruhepause gepeitscht werden. Bei Leibesstrafe durfte niemand seinen Dienst bis Martini (11. November) aufgeben.
24.01.1560 erster Baubericht
In einem Schreiben vom 24. Januar 1560 berichtete der Baumeister Jeronime ARKANAT von der Peitzer Baustelle, "... das mann die gründe angefangen hat zu graben ...".

Arkanat selbst ist als Baumeister bis mindestens zum 13. November 1560 nachweisbar in Peitz, dann verliert sich seine Spur. Als neuer Baumeister wird am 05.12.1562 der Italiener Francesco CHIARAMELLA de Gandino durch Markgraf Johann berufen. CHIARAMELLA behält die Bauaufsicht bis zum Abschluß der Arbeiten.

Die Zitadelle wurde im Bereich der alten Burg errichtet. Dort vorhandene Ziegelbauwerke wurden abgerissen und die daraus gewonnenen Mauersteine zum Festungsbau verwendet. So erwartete man, dass 600.000 Steine aus der alten Mauer und dem Grund gewonnen werden konnten. 100.000 Steine sollten aus dem Abtragen des alten Turms erzielt werden, wenn man ihn um 10 - 12 Schuh (ca. 3 - 3,6 m) abtragen würde. 500.000 Steine sollten im Ziegelofen in Peitz gebrannt werden. 100.000 Steine sollten aus Lieberose vom Adelsgeschlecht Schulenburg geliefert werden und der Rat von Cottbus sollte 85.000 Steine liefern. Somit hatte man zu Baubeginn die stattliche Summe von 1.385.000 Mauersteinen zur Verfügung. Weitere 450.000 Mauersteine sollten die Ziegelöfen in Peitz, Cottbus und Lieberose produzieren, so dass zum Schluss insgesamt 1.835.000 Mauersteine vorhanden waren.

Die Zitadelle wurden mit einem ca. 675 Meter langen Wassergraben versehen. Der Festungswall am Wassergraben sollte durch 751 Pfähle geschützt werden. Jeder Pfahl sollte eine Gesamtlänge von ca. 5,4 Metern und einen Durchmesser von 29 cm haben. Die Pfähle sollten ca. 4,2 Meter tief eingerammt werden, so dass zum Schluss noch 1,2 Meter je Pfahl aus dem Boden ragte und somit als Sturmhindernis diente.1
1 ... GStA PK; I. HA Rep. 21 Nr. 120b - 1; Blatt 8
Zitadellenbereich, Entwurf um 1560
05.02.1561 Beginn der Streitigkeiten um den Festungsbau mit dem Kaiser in Wien
In einem Schreiben vom 05. Februar 1561 beschwerte sich Kaiser Ferdinand heftig beim Markgrafen wegen des Baues der Befestigung und teilte ihm mit, dass er sich nicht "er Inndern mügen das wir in sellihen paw, deiner Lieb ainihen unnsern Consens oder bewilligung gegeben hetten". Der Kaiser forderte weiter, dass "sellicher paw unnd besfestigung gennzlichen abgestelt werde" da solch ein Bau nicht nur für die Stände der Niederlausitz, sondern auch für die Krone Böhmens unverantwortlich wäre.
24.02.1561 Am 24. Februar 1561 antwortete Markgraf Johann dem Kaiser und legte ihm in einem fünfseitigen Schreiben seine Sicht der Dinge dar. Er äußerte sein Unverständnis gegenüber dem Kaiser, da Peitz, welches in der Herrschaft Cottbus liege, schon immer eine freie Herrschaft gewesen sei. Zudem bestritt er, dass der Kaiser ihm das Bauen untersagen könne.

In seinem Schreiben wies Markgraf Johann von Küstrin den Kaiser auf den Umstand hin, dass der Sohn des Kaisers, Erzherzog Ferdinand, nach anfänglichen Irritationen alle Baumaterialien, die aus Küstrin oder aus anderen Landesteilen seit 1559 für den Bau bezogen würden, zollfrei wären. Es handelt sich bei diesem Punkt um einen interessanten Aspekt, da durch den regelmäßigen Kontakt zwischen Vater und Sohn wohl angenommen werden kann, dass der Kaiser bereits von Anfang an über den Bau der Peitzer Festung informiert war.

Nach seinem Antwortschreiben verstärkte Markgraf Johann seine Anstrengungen den bereits begonnenen Bau voran zu treiben. Er ließ große Mengen Baumaterial aus seinen Landen über die kaiserlichen Zollstellen in Wellmitz, Fürstenberg und Forst nach Peitz auf die Baustelle schaffen. Die Masse der Baumaterialien kam aus der Neumark nach Peitz. Die Waren wurden mit Schiffen auf der Oder bís nach Wellmitz transportiert, an der dortigen Zollstelle umgeschlagen und von dort mit Ochsenkarren über Guben weiter nach Peitz befördert. Da nicht sicher, war wie der Kaiser in Wien reagieren würde, änderte man die Bauplanungen für die Peitzer Festung. War ursprünglich vorgesehen eine Festungsanlage nach italienischer Manier - in Ziegelbauweise - zu errichten, wich man von diesem Plan ab und errichtete den restlichen Teil der Festung in holländischer Manier, in einer Erdbauweise. Aus diesem Grund wurden Wallbau- und Wasserbaumeister durch den italienischen Festungsbaumeister Francesco CHIARAMELLA aus Braunschweig nach Peitz geschickt.
Kaiser Ferdinand
04/1561 Zollblockade für Baumaterial
In Wien war man mit dieser Antwort des Markgrafen nicht zufrieden und erkannte als den Dreh- und Angelpunkt die kaiserlichen Zollstellen, über die der größte Teil des bisherigen Baumaterials zollfrei abgefertigt worden war.

Im April 1561 ergingen Weisungen an die kaiserlichen Zolleinnehmer in Wellmitz, Forst und Fürstenberg, alles Baumaterial, das für den Festungsbau in Peitz benötigt und über diese Zollstellen abgefertigt wurde, mit Zoll zu belegen. Bei Weigerung der Zollentrichtung waren die Zolleinnehmer angewiesen worden das Baumaterial an den Zollstellen zu beschlagnahmen.

Da auf der Baustelle nach eigenhändigen Berechnungen des Markgrafen bis zu tausend Arbeiter benötigt wurden, musste entsprechendes Baumaterial auf der Baustelle vorrätig gehalten werden und so kam es, dass man am Anfang nicht gleich bemerkte, dass gewisse Lieferungen mit Baumaterial nicht ankamen. Allein bei der Zollstelle in Wellmitz ließ der kaiserliche Zollkommissar Christoph von SCHREIBERSDORF bis Mai 1561 drei Transportschiffe mit Material beschlagnahmen. Ein Schiff war mit "... dreihundert Zentner und vier Schock Dielen ..." beladen. Die anderen beiden Schiffe beförderten insgesamt eintausendeinhundert Zentner Kalk für den Festungsbau.

Im gleichen Monat erteilte Markgraf Johann von Küstrin den Auftrag in Forst 28 Schock Latten fertigen zu lassen. Nach und nach wurden diese durch seine Peitzer Untertanen ohne Entrichtung des Zolls mit Fuhrwerken von Forst nach Peitz geschafft. Als nur noch vier Schock Latten zum Abtransport in Forst bereit lagen, der letzte Wagen erschienen war und das Holz geladen hatte, wurden die Fuhrleute nach dem Beladen durch den dortigen Zollbereiter aufgefordert, den Zoll für die 4 Schock Latten zu entrichten. Da die Fuhrleute sich darauf beriefen, dass sie keine Anweisung ihres Landesherren hätten den geforderten Zoll zu entrichten und sich weigerten den Zoll zu bezahlen, wurden ihnen "... di lattenn von den wagenn geworffenn, das sie ledig weg fahren mustenn ...". Erst nach mehrmaligen Nachfragen erhielten die Fuhrleute die Auskunft, dass dies eine Anweisung des Zollkommissars Christoph von SCHREIBERSDORFF aus Wellmitz sei. Ein kaiserliches Edikt, welches die Zollerhebung angeblich anordnete, konnte ihnen trotz mehrmaligem Nachfragen vor Ort nicht gezeigt werden.
 
21.05.1561 gewaltsame Umgehung der Zollblockade in Wellmitz
Markgraf Johann von Küstrin zog in Peitz 150 Wagen zusammen, armierte jeden Wagen mit einem bewaffneten Knecht und schickte diesen Tross mit 30 bewaffneten Reitern unter dem Kommando des Peitzer Hauptmanns nach Wellmitz. Der Peitzer Hauptmann erhielt die Anweisung, das Baumaterial um jeden Preis nach Peitz zu schaffen. Sollte der Zollkommissar in Wellmitz angetroffen werden und sich weigern das Material zollfrei herauszugeben, sei er zu arretieren und als Gefangener nach Peitz zu bringen.

Unter Androhung von Gewalt gegenüber dem Zollkommisar wurden die dort lagernden Baumaterialien nach Peitz gebracht.
13.06.1561 An diesem Tage verfaßt Markgraf Johann den "Articuls Brief Unndt Eydt der Guardi in Peitz". In 25 Punkten legt er grundsätzlich fest, mit welchen Rechten und Pflichten die Soldaten in Peitz ihren sechsmonatigen Dienst ableisten und wie hoch ihre Entlohnung ist.  
22.06.1561 Mit Schreiben vom 22. Juni 1561 beschwerte und empörte sich der Kaiser über das unbotmäßige Verhalten des Markgrafen und seines Hauptmanns. Er bestätigte, dass der Kalk durch seine Einspännigen und Zollbereiter in Wellmitz "... verarrestiret unnd auffgehallten wordenn". Er drückte seine Empörung aus, dass der Markgraf "... auff unsern Aignen Landsfurstlichen grundt unnd poden sich aines solchen gewallt thetigen furnemenns understeen unnd gebraichen sollte ...". Unerwartet "... habe dein Lieb dennselben Kalkstain durch die Irigen von dem Arrestirten ort unnd flecken mit gewapneten Handt den ainundzwanzigsten Jungverschines monnats may mitt drithalbhundert wagen auf welchem yedem ain wolgerüster Haggenschuz gesessen sey unnd bey hundert gerüsten Pferdten aigens gewallts nemben und weckh fuern lassenn". Weiter führte Kaiser Ferdinand aus, man habe dem Zollbereiter und dem Zollkommissar Christoph von SCHREIBERSDORFF Gewalt angetan und dem SCHREIBERSDORFF sei sogar gedroht worden, dass es ihm so ergehen würde wie dem Kalk. Dies sei ein einmaliger Affront gegen ihn, zudem würden sich ständig die Stände der Lausitz und aus dem Fürstentum Schlesien über ihn, den Markgrafen, beschweren. Am Ende des 4-seitigen Schreibens fordert Kaiser Ferdinand Markgraf Johann von Küstrin auf, umgehend schriftlich zu diesen Anschuldigungen Stellung zu nehmen.
23.10.1561 Zustimmung des Kaisers zum Festungsbau
Nach 3 Monaten diplomatischer Verhandlungen stimmt Kaiser Ferdinand in Wien dem Peitzer Festungsbau zu. In einem Brief vom 23. Oktober 1561 schreibt er, dass dieses Bauwerk nicht zum Nachteil der Krone Böhmens und der Niederlausitz sei, "... sondern vil mer in khunfftigen widerwertigen Veindsleufften, gemainem Lands zum pesten erpawt, unnd geraichen solle. So wollen wir alß dißer ursachen halber, deiner lieb zu gnaden unnd freuntschafft gewenndt, unnd es bey sollichem volfurten paw, auf dißmal gnedigst unnd freundlichen vorschrieben lassen ...". Wien forderte nur ein Öffnungsrecht, was bedeutete, dass die Festung im Kriegsfall mit Österreich nicht gegen den Kaiser genutzt werden sollte. Auch bei den Kalkfuhren war den Diplomaten eine Lösung gelungen. "Was dann deiner Lieb weg gefuerten Kalckstain belangt. Dieweil sich dein Lieb in Irer underthenigen Anntwort gehorsamblich entschuldiget. Wie dasßelbiche weegfuerung mitkheinem gewalt beschehen sey, So wollen wir die Handlung in weittere erkhundigung nemben." Jedoch war diese Vereinbarung zwischen Kaiser und Markgraf das Papier nicht wert, auf dem sie verfasst worden war. Denn schon nach Fertigstellung der Festung im Jahr 1562 wurde sie mit einer großen Anzahl von Geschützen armiert und verteidigte sich im 30-jährigen Krieg sowie im 7-jährigen Krieg gegen österreichische Truppen.
08.12.1562 Die Festungstore der Zitadelle werden zum ersten Mal geschlossen.  
1567 erste Erwähnung des Amtsdorfes "Neue Peitz"
Der Festungsbau blieb nicht ohne Auswirkung auf die Peitzer Bevölkerung. Ein Teil der Bewohner im Bereich der alten Burganlage musste seinen Grund und Boden verlassen, da dieses Areal zum Bau der Zitadelle benötigt wurde. Ein Hinweis auf diese Umsiedlung eines Teils der Peitzer Bevölkerung findet sich im Amtsbuch des Amtes Peitz von 1567, in dem erstmalig in der dortigen Bier-, Metzen- und Mahlordnung das Amtsdorf "Neue Peiz" aufgeführt ist. Bei diesem Amtsdorf handelt es sich um das heutige nord-westlich von Peitz gelegene Dorf Turnow.1
1 ... Monika Sonke, Turnow - Geschichte eines Niederlausitzer Dorfes von 1567 - 1945; S. 11
 
02.10.1568 Markgraf Johann von Küstrin besucht Peitz. Im Rahmen seines Besuches revidiert er das Zeughaus der Festung und läßt ein genaues Inventar der hier lagernden Kriegsmaterialien erstellen.
04.12.1567 Am Tage Barbara hat das Zeughaus der Festung Peitz "aus der Schmelz empfangen":
     184 Stk. 16 pfündige Kugeln
      61 Stk.  8 pfündige Kugeln
      49 Stk.  4 pfündige Kugeln
     287 Stk.  2 pfündige Kugeln
     356 Stk.  1 pfündige Kugeln
     
23.08.1568 Dem Zeughaus der Festung werden von der Peitzer Hütte 1.984 Kugeln folgender Kaliber geliefert:
      97 Stk. 16 pfündige Kugeln
     318 Stk.  8 pfündige Kugeln
     493 Stk.  4 pfündige Kugeln
     618 Stk.  2 pfündige Kugeln
     458 Stk.  1 pfündige Kugeln
     
24.08.1568 Der Zeugwärter Heinrich WECHTER verfasst ein "Invenatria des Zeugkhauses Zur Peitz". Zu dieser Zeit befinden sich in der Festung Peitz 122 Geschütze unterschiedlicher Kaliber die Stein- und Eisenkugeln verschießen. Außerdem lagern in der Festung 125 Zentner Salpeter, 15 Zentner Schwefel und 254 Zentner Schwarzpulver.
06.11.1568 Dem Zeughaus der Festung werden von der Peitzer Hütte 1.336 Kugeln folgender Kaliber geliefert:
      36 Stk. 16 pfündige Kugeln
     105 Stk.  8 pfündige Kugeln
     312 Stk.  4 pfündige Kugeln
     536 Stk.  2 pfündige Kugeln
     347 Stk.  1 pfündige Kugeln
     
03.09.1569 Dem Zeughaus der Festung werden von der Peitzer Hütte 2.029 Kugeln folgender Kaliber geliefert:
     160 Stk. 16 pfündige Kugeln
     200 Stk.  8 pfündige Kugeln
     359 Stk.  4 pfündige Kugeln
     753 Stk.  2 pfündige Kugeln
     557 Stk.  1 pfündige Kugeln
     
31.12.1569 Dem Zeughaus der Festung werden von der Peitzer Hütte 11.520 Kugeln folgender Kaliber geliefert:
      463 Stk. 16 pfündige Kugeln
      833 Stk.  8 pfündige Kugeln
     2248 Stk.  4 pfündige Kugeln
     3353 Stk.  2 pfündige Kugeln
     4623 Stk.  1 pfündige Kugeln
     
17.05.1579 Kurfürst Johann Georg beginnt mit den Vorbereitungen zum Weiterbau der Festung. In einem Schreiben an den Amtskastner in Cottbus und den Hauptmann Melchior von Löben in Peitz fordert er sie auf, Ziegelstreicher anzuwerben und Baumaterial anfahren zu lassen.
10.03.1580 Rochus Graf zu LYNAR und der Küstriner Kammermeister Leonhardt STÖERN erhalten vom Kurfürsten den Befehl, sich gemeinsam nach Peitz zu begeben, um "unsere Vestung in fleiß ... zu ... besichtigen ... und ein ... Zeugk Hause ferzeichnis ... und ... Stück Innventar" zu erstellen, in dem die dort vorhandenen Geschütze und die Bestände des Zeughauses erfasst sind.
21.03.1580 LYNAR und STÖERN erstellen ein 31 seitiges "Vorzeichnus was ann Geschütz unnd anderer Krieges Munition In der Vestunge Peitz vorhandenn". Aus diesem geht hervor, dass sich in Peitz zum damaligen Zeitpunkt insgesamt 98 Geschütze verschiedenster Kaliber auf den Wällen der Zitadelle, dem Festungsturm, über den beiden Stadttoren und auf den sogenannten "Sandtbergen" außerhalb der Stadttore befanden. Außerdem lagerten in der Festung 30.825 eiserne und 3.500 steinerne Kugeln.
03.06.1582 Rochus Graf zu LYNAR berichtet dem Kurfürsten nach einem Besuch in Peitz, dass er "... die geschütze, welche Zuvor im regen und an der lufft gestanden ..." an zwei unterschiedlichen Plätzen ins Trockene gebracht habe. Außerdem bat er den Kurfürsten, den armen Büchsenmeistern in Peitz zusätzlich sechs Scheffel Roggen zu ihrer Besoldung zu gewähren, damit sie ein ordentliches Auskommen hätten.
31.03.1590 LYNAR schickt seinen Baumeister Caspar SCHWABE, dem er sechs Taler mitgab, nach Peitz, um einen Abriss (Festungsbauplan) dorthin zu bringen.
06/1590 Die gesamten Pläne für die Befestigung der Unterfestung sind fertiggestellt und werden dem Kurfürst zur Genehmigung vorgelegt.  
27.06.1590 LYNAR vermerkt in seinem Tagebuch, dass er Moritz BECKER mit einem kurfürstlichen Blei, Stempel und sechs guten Gulden nach Peitz geschickt habe, damit in Peitz zehntausend Zeichen angefertigt würden (zur Absteckung des Bauareals).
30.07.1590 LYNAR erhält vom Kurfürsten Johann Georg den Befehl, in Peitz mit dem Bau zu beginnen und vermerkt einen tag später in seinem Tagebuch, dass er sich lange wegen der "... peitzische vieherung ..." Gedanken gemacht habe.
21.10.1591 Rochus Graf zu LYNAR bescheinigt den Empfang von 71 Stk. langen Rohren mit Feuerschlössen, 112 Stk. langen Rohren mit Zündschlössern, 183 Stk. Kugelformen und 183 Stk. Kugelziehern für das Peitzer Zeughaus.
20.03.1592 Als die Witterungsverhältnisse den Weiterbau der Unterfestung wieder zulassen, verfügt der Kurfürst, daß der Bau am Sonntag Misericordias domini (12.04.1592) wieder beginnen soll. Der Kurfürst ordnet an, daß insgesamt 248 Mann als Arbeitskräfte von folgenden Städten und Ämtern zu stellen sind: Amt Lebus 30 Mann, Fürstenwalde 24 Mann, die Städte Cottbus und Crossen je 20 Mann, die Ämter Cottbus, Crossen und Beeskow je 20 Mann, Züllichau und Müncheberg 15 Mann, Sommerfeld und Storkow 12 Mann, Reppen und Strausberg 10 Mann.  
11.08.1592 Rochus Graf zu LYNAR beschwert sich beim Kurfürsten über die Stadt Fürstenwalde, da sie trotz kurfürstlichem Befehl nicht die erforderliche Anzahl von Arbeitskräften zum Bau nach Peitz schickt. In seiner Enttäuschung äußert er, "... das es fast Rathsamer wehre ... dieß angefangene ganz und gar zulassen, und mich wiederumb von hinen zu begeben ...".
01.10.1592 In das Zeughaus der Festung Peitz werden 91 Stk. lange Rohre mit Feuerschlössern, 91 Stk. Gabeln, 91 Stk. Gießzangen, 91 Stk. Krätzer, 91 Stk. Spanner und 91 Stk. Kugelzieher geliefert.
28.03.1593 Kurfürst Johann Georg fordert von den Städten Cottbus und Crossen je 20 Bauarbeiter "welche starck und gesundter Gliedmaßen sein". Diese sollen den Bau der Festung in Peitz unterstützen.
02.03.1596 Die Festungsbauarbeiten, die im Jahre 1579 begannen, enden nach 16 Jahren im Winter 1595. Diese lange Bauzeit wurde nur durch die Pest, welche unsere Stadt im Jahre 1585 heimsuchte, unterbrochen. Laut der dem Kurfürsten vorgelegten Schlußrechnung wurden während der Bautätigkeit insgesamt 15.666 Reichstaler, 2 Groschen und 9 Pfennig verbaut. Durch diese Baumaßnahme ist anstelle der früheren Erdumwallung die ganze Stadt Peitz mit einer modernen Befestigungsanlage umgeben.
  17. Jahrhundert
18.08.1600 Kaspar von Löben, Hauptmann der Festungsgarde von Peitz, erläßt eine "Ordnungk im Städteleinn Peize".  
10.04.1603 Georg von Karlowitz berichtet in einem Schreiben an den Kurfürsten, daß etliche dringende Arbeiten an der Festung durchzuführen sind. So fehlen zum Beispiel am Schloßwall Staketen. Am Schloßtor muß die Zugbrücke repariert werden. Die Dächer der Schloßgebäude müssen auf Undichtheit kontrolliert werden und die beiden Stadttore brauchen neue Flügel. Vor dem Lieberoser Tor soll der Ravelin erneuert werden; ebenso sind in der gemauerten Bastei im Gewölbe etliche Pfeiler baufällig. Die Seite hinter dem Schloß gegen das Vorwerk muß mit Rasen neu belegt werden. Außerdem müssen die Basteien gegen den Busch und am Cottbuser Tor ausgebessert werden, da Erde abgerutscht ist.
03.03.1604 Nach einem Verzeichnis, welches Kurfürst Joachim Friedrich aufstellen läßt, hat die Peitzer Bürgerschaft 10 Soldaten zu stellen, 90 dagegen die Stadt Cottbus.
06.03.1610 Kurfürst Johann Sigismund schickt seinen Amtshauptmann Wichmann von WINTERFELD und seinen Hofmeister Antonius WEBER nach Peitz, damit diese den Bürger nach dem Stadtbrand vom 25.02.1610 beim Wiederaufbau der Stadt helfen können. Um eine Hungersnot unter der leidenden Bevölkerung zu verhindern, verfügt der Kurfürst, daß die gefüllten Getreidemagazine der Festung kostenlos Korn an die Bevölkerung abgeben. Ebenso wird das notwendige Bauholz kostenlos aus den Forsten zu Peitz abgegeben.
23.07.1614 Kurfürst Johann Sigismund ordnet eine Revision der Peitzer Festung an und bestimmt für diese Aufgabe den Burggraf Abraham zu Dohna sowie die Brüder Isaak und Hillebrand von Kracht. Die 3-köpfige Kommision trifft am 02.08.1614 in Peitz ein.
04.08.1614 Kurz nach Beauftragung legt die o.g. Kommission dem Kurfürsten einen 34-seitigen Bericht vor, der in drei Teile gegliedert ist. Im ersten Teil wird der Vorschlag des Hauptmanns von Winterfeldt zur Errichtung eines Vorwerks auf der Balze verworfen, da er keine Aussicht auf Erfolg verspricht. Im zweiten Teil führt die Kommission umfangreiche Mängel im Festungsgelände sowie an der Festung auf und regt im dritten Teil eine umfangreiche kartographische Erfassung des gesamten Geländes an. Festungsplan des Landmessers Melchior SCHULZE, der wahrscheinlich auf Anforderung der Festungskommission entstand
21.06.1625 Kurfürst Johann Sigismund verfügt an den Peitzer "Guardihauptmann" Georg von Carlowitz, daß die 70 köpfige Leibgarde in unsere "Veste Peitz" gelegt wird. Sie soll dort "nebenst andern Unsern allbereit alldar vorhandenen Soldaten" die Aufwartung und Wache versehen.
30.06.1621 Kurfürst Georg Wilhelm ordnet in einem Schreiben an den Hauptmann der Festung Peitz, Joachim SENFF, an, daß alle Bauschäden der Festung sofort instandgesetzt werden sollen. Außerdem bestimmt er, daß kein Vieh mehr auf die Festungswälle zum Weiden getrieben werden darf. Zudem wird es bei Strafe untersagt, auf den Wällen oder auf der Kontreeskarpe Feuer zu machen.  
31.06.1621 Oberst Hildebrand von Kracht kommt von Fürstenwalde mit 100 Soldaten. Diese werden als Verstärkung der Peitzer Garnison unter dem Kommando des Festungshauptmanns Joachim Senff stationiert.
07.07.1623 Kurfürst Georg Wilhelm verlegt die Kompanie des Hauptmann Henning von Götze nach Peitz. Er erhält das Kommando und die Schlüssel der Festung Peitz.
03.08.1626 WALLENSTEIN residiert in Cottbus
Der Cottbuser Kreis wird durch den Durchzug der Heerhaufen Wallensteins, der sich auf dem Weg nach Schlesien befinden, in Mitleidenschaft gezogen. Wallenstein residiert bis zum 05.08.1626 im Cottbuser Schloss und die Festung Peitz muss Lebensmittel für seine Truppen liefern.

Durch den anhaltenden 30-jährigen Krieg suchen viele Menschen Schutz in der Peitzer Festung. Einige Landadlige verlegen ihren gesamten Wohnsitz nach Peitz. Da die Lebensmittel in der Festung beschränkt sind, ordnet Kurfürst Georg Wilhelm an, dass zwar alle Schutzsuchenden in der Festung aufgenommen werden sollen, jedoch die Personen, welche ihre Wohnung in die Festung verlegen, für jede Person ihres Haushaltes für mindestens 1 Jahr Proviant zur Versorgung in die Festung liefern müssen.
 
23.06.1630 Die Peitzer Festungsgarde besteht aus einem Wachtmeister und 38 Soldaten. Außerdem liegt eine Kompanie mit 100 Soldaten unter dem Befehl des Hauptmann von RUNCKEL zum Schutz der Stadt und Festung in Peitz.
20.07.1630 Kurfürst Georg Wilhelm verfügt die Auflösung der Peitzer Festungsgarde. Die Soldaten werden der Kompanie Runckel unterstellt.
12.01.1631 Festungskommandant von Burgsdorff erhält vom Kurfürsten den Befehl und das Werbepatent, "daß die jetzt drin liegende Besatzung ... uf 300 oder auch 400 Mann verstärket werde."
10/1633 Belagerung der Festung durch Wallensteins Truppen
Am 15. Oktober 1633 wird die Festung von kaiserlichen Völkern eingeschlossen und das Dorf Tauer wird an diesem Tag eingeäschert.1 Der Peitzer Festungsbesatzung gelingt es am 13. Oktober, 5 feindliche Reiter, die in der Nähe des Stadttores leerstehende Wohnungen geplündert hatten, zu überraschen und gefangen zu nehmen.
1 ... Geheimes Staatsarchiv PK, I. HA Rep. 21 Nr. 120a
 
04.08.1635 Oberstleutnant Moritz August von ROCHOW, der mit seinen Kompanien in Peitz weilt, wendet sich an den Kurfürsten, da er es für dringend geboten hält, die recht schadhaft gewordene Festung zu reparieren. Er weist besonders auf die Notwendigkeit eines Neubaus des Zeughauses hin, da es "so form Jahre durch das Pulwer, welches damahls angegangen, sehr ruiniret undt schadhafft" ist. Das Zeughaus auf der Zitadelle wahr zuvor durch eine Schwarzpulverexplosion zerstört worden.
10/1636 Der Kurfürst flüchtet nach Peitz
Die Schweden unter König Gustav Adolf besetzen nach dem Sieg bei Wittstock die Residenzstadt Berlin. Der Kurfürst mit seinem gesamten Hofstaat sucht in der Festung Peitz Zuflucht. Hier blieb er fast fünf Monate. Für die kleine Stadt Peitz war dies zwar ein großes Ereignis, zugleich aber auch eine große Belastung, denn die Einwohnerschaft und die umliegenden Amtsdörfer müssen große Mengen Viktualien für die Hofhaltung des Kurfürsten aufbringen.
 
07.08.1639 Während der Bau- und Reparaturarbeiten der Peitzer Festung treten Verpflegungsschwierigkeiten bei den eingesetzten Arbeiter auf. Aus diesem Grund treffen sich die Adligen des Kreises in Peitz, um mit dem Kornschreiber über die Verteilung der Kornlieferungen zu verhandeln.
05.12.1640 Der Gouverneur der Festung Peitz, Oberst von TROTT, wendet sich an alle Einwohner des Cottbuser Kreises und gab die Zirkularorder bekannt, in der befohlen wurde, "... alles getreydich undt andere Mobilia, sonderlich Waß essende wahren sein, ungeseumbt nacher der Veste Peitz Verschaffen damit solche dem Feinde nicht zum raub werden...", da damit gerechnet wurde, dass die schwedischen Besatzer ihre Winterquartiere im Cottbuser Kreis nehmen würden.
12.12.1640 Der Hauptmann und Rat von Cottbus und Peitz, Georg Abraham von GRÜNBERG, Adam von LÖBEN erhalten vom Stadthalter Graf Adam von SCHWARTZENBERG den Auftrag, dem Kommandanten der Festung Peitz und den dort stationierten Soldaten und Artilleristen den Treueeid auf den neuen Kurfürsten abzunehmen.
27.01.1641 Oberst von TROTT teilt dem Kurfürsten mit, dass die Schweden die Stadt Cottbus immer noch besetzt halten und den Kreis mit Kontribution belegen. Die Kompanie des Rittmeister STRAUß von der Leibgarde und Hauptmann PARSCH mit seinen fünfzig Dragonern hätten sich von Cottbus nach Peitz in Sicherheit gebracht und wären in der Festung einquartiert.
15.02.1641 Der Festungskommandant Oberst Georg Friedrich von TROTT leistet seinen Eid auf den neuen Kurfürsten in der Stube des Rats der Stadt Peitz. Die Offiziere, Soldaten und Artilleristen schwören ihren Eid auf dem Platz der Oberfestung.
26.02.1641 Oberst Trott berichtet dem Kurfürsten, dass er, wie es einem Untertanen und treuen, gehorsamen Vasallen gebührt seinen Eid auf den Kurfürsten geschworen habe. Außerdem teilt er ihm mit, dass die Schweden unter STALLHANS wieder von Zossen in die Niederlausitz und den Cottbuser Kreis eingerückt seien. Das Hauptquartier der Schweden befinde sich in Cottbus und durch die Schweden "... wirdt sonsten mit den Leuthen übel gehauset, denen selben unerträgliche Contributiones aufgeleget undt darüber Vieh und Pferde weggeraubet ...".
03.03.1641 Das Dorf Preilack wird niedergebrannt
Der Peitzer Festungskommandant Georg Friedrich von TROTT berichtet dem Kurfürsten, dass am gestrigen Dienstag feindliche Truppen das Dorf Preilack in Brand gesteckt haben. Der Anlass hierfür sei unbekannt.
31.05.1641 Die Schweden haben den Cottbuser Kreis besetzt und Oberst von TROTT berichtet an den Kurfürsten voller Sorge "... Die Knechte haben dumpfiges Brodt und faules wasser; manche haben keine Hembden uffm Leibe. Daher seindt sie von allen kräfften gekommen, auch manche schon verdorben undt gestorben, was Mir nicht wenig zu hertzen und gewissen gehet. Dazu kommbt, daß die Knechte, da sie keine hülffe noch berbeßerungk sehen durchgehen, allerhandt mittel undt wege suchen, des nachts von den Schildtwachen entlauffen undt durch die graben schwimmen, weill sonsten keinen aus der Vestung zu gehen erlaubet wird."
12.07.1641 Nachdem die Schweden aus dem Cottbuser Kreis abgezogen sind und die Belagerung der Peitzer Festung beendet haben, reicht Oberst von Trott Kurfürst Friedrich Wilhlem eine Aufstellung ein. In ihr führt er auf, wieviel Proviant und Munition in die Festung eingelagert werden soll, um gegen künftige Belagerungen gerüstet zu sein. Zudem beantragt er beim Kurfürst 1.000 Taler zum Bau von Kasematten und Baracken, "um die armen Bürger von der Einquartierungslast zu befreien".
03.08.1641 In einem Schreiben an Kurfürst Friedrich Wilhem teilt Oberst von Trott mit, daß die Gesamtstärke seiner Festungstruppe "nicht viel an 750 Mann fehle". Diese Zahl ist "auch zur wirksamen Verteidigung notwendig". Außerdem berichtet er ihm, daß seine Garnison seit Neujahr 149 Mann Abgang durch Tod oder Desertion hatte.
01.12.1641 Da die Schweden vor sieben Monaten den Cottbuser Kreis verlassen haben und mit ihnen inzwischen ein Waffenstillstand geschlossen wurde, werden zwei Kompanien abgedankt. Somit liegen nur noch vier Kompanien mit je 125 Soldaten in Peitz.
05.03.1642 Kurfürst Friedrich Wilhelm befiehlt der Kammer in Küstrin, 500 Reichstaler für den Festungsbau in Peitz zu beschaffen.
06.05.1642 Oberst von TROTT berichtet dem Kurfürsten, dass die Gelder zur Unterhaltung seines in der Festung Peitz liegenden Regimentes knapp werden. In einer Aufstellung weist er dem Kurfürsten nach, dass die Städte und Kreise, die für die Unterhaltung des Regiments verantwortlich sind, zum Teil seit dem Juni 1641 mit ihren Zahlungen in Verzug sind. Die Fehlsumme beläuft sich auf inzwischen 9.261 Taler und 14 Groschen.
09.05.1642 Der Festungskommandant von TROTT erstellt eine Bestandsliste der Vorräte des Festungsmagazins. Im Magazin lagern noch 60 Malter (ca. 40 m3) Mehl, 8 (ca. 5 m3) Malter Malz, 5 Malter (ca. 3 m3)Erbsen, 8 Scheffel (ca. 440 l) Hopfen, 80 (ca. 4 m3) Scheffel Salz in einem Vorratskasten und 40 Scheffel (ca. 2 m3) Salz in 24 Tonnen.
03.11.1644 erste Apotheke
Kurfürst Friedrich Wilhelm stellt in Berlin ein "Privilegium" aus, in welchem Heinrich Käseweiß die alleinige Berechtigung erteilt wird, in Peitz eine Wohnung zu erwerben und eine Apotheke einzurichten.
 
18.08.1645 Da sich die Versorgungslage ständig verschlechtert, bittet Oberst Georg Friedrich von TROTT den Kurfürsten in einem Schreiben darum, dass das Metzkorn des Storkowschen und Beeskowschen Kreises "... zue dem hiesigen Vestungs Vorrath oder Magazin Deputiret unndt gelegett ..." wird.
15.07.1646 Oberst von Trott erhält von Kurfürst Friedrich Wilhelm ein Werbepatent, um sein Peitzer Regiment um 150 Soldaten zu verstärken.
21.03.1649 Der Festungskommandant Oberst von TROTT regt in einem Schreiben an den Kurfürsten an, der Peitzer Bürgerschaft zu Befehlen, sich schon in Friedenszeiten dauernd auf ein Jahr mit Proviant zu versehen. Diese Idee resultiert aus den leidvollen Erfahrungen des letzten Krieges.
16.03.1652 In der Festung Peitz werden auf Verordnung des Kurfürsten Friedrich Wilhelm, alle wehrfähigen Männer erfasst. In dieser Aufstellung werden akkurat die einhundertzwanzig in der Festungsstadt vorhandenen Hausbesitzer und männlichen Bewohner aufgeführt.
03.07.1652 Georg Friedrich von Trott teilt dem Kurfürsten mit, daß das Dach des Zeughauses in der Oberfestung umgedeckt wurde. Außerdem wurden am Dach des Kornbodens 30 Gebinde erneuert. Als nächstes soll der alte Pulverturm in der Unterfestung und der große Schloßturm neu gedeckt und der Weg zur Oberfestung umgepflastert werden.  
01.03.1653 Der Peitzer Gouverneur von Trott erhält eine Order von Kurfürst Friedrich Wilhelm, in der es heißt, daß es nützlich sei, "in unsern Garnisonen den Gebrauch der Piquen einzuführen und ergehet demnach Unser gstr. Befehl an Euch, daß Ihr von jeder ... Compagnie ein Drittel Musquetirer mit Piquen und den Schwarzen im Zeughaus vorhandenen Wapen (Rüstungen A.d.V. )bewehret machet, auch sie fleißig mit der Piquen exerziren und unterweisen lasset."
15.07.1653 Kurfürst Friedrich Wilhelm ordnet an, von den zwei in Peitz liegenden Kompanien, je "30 Knechte abzudanken". Nach dieser Reduzierung liegen noch 304 Soldaten in der Peitzer Festung in Garnison.
01.07.1657 Generalmajor von TROTT berichtet dem Kurfürsten in Königsberg, dass aus dem hiesigen Zeughaus der Festung Peitz 60 Zentner Pulver an die Festung Kolberg geliefert wurden. Trott bittet den Kurfürsten, diesen Abgang an Pulver wieder zu ersetzten.
27.09.1659 Der Gouverneur der Festung Peitz Generalmajor von TROTT erhält den Befehl "800 große Stück Kugeln, so etwar auf 124 Centner schwer wiegen möchte", eiligst auf dem Landwege von Peitz nach Küstrin schaffen zu lassen. Sollte es beim Transport Schwierigkeiten geben, so sollten die ansässigen Amtsuntertanen die Transporte durchführen und "ihnen vom Lande hinwiederumb Satisfaction" geschehen.
29.12.1659 Kurfürst Friedrich Wilhelm weist an, "daß das Werck beym Hohen Ofen mit ernst fortgesetztet werden solle". Außerdem befiehlt er, daß die Amtsuntertanen der Ämter Cottbus und Peitz und die Teichbauern aus dem Peitzer Wald das nötige Holz zum Hohen Ofen schaffen müssen. Sie dürfen zu keinen anderen Tätigkeiten herangezogen werden, bis das benötigte Holz vollständig herangeschafft wird.  
06.03.1660 Kurfürst Friedrich Wilhelm I. verfügt, "daß das dorf Tornow zu umbschüppung des Korns uf unserer Veste Peiz, wie auch zur arbeit beym Hohen Ofen einzig und allein, und sonst zu keinen andern diensten gebrauchet werden" soll. Außerdem befiehlt er, daß die "Peitzische Ambts Unterthanen" auf Anforderung des "Holz Förster Andreas Herman" zur "anführung der Kohlen und Eisensteins" gegen Zahlung eines Entgelt verpflichtet seien.
18.11.1660 Der Festungsgouverneur Generalmajor von TROTT teilt dem Kurfürsten mit, "daß der neulichste Sturmwindt, die Eine Windtmühle auf dem Cavallir undt die Ziegelscheune vor der Vestung umb undt herunter geworffen" hat.
29.07.1664 Kurfürst Friedrich Wilhelm logiert in den kurfürstlichen Gemächern der Zitadelle Peitz. Während seines Aufenthaltes erkundigt er sich nach dem Befinden des in der Festung inhaftierten Königsberger Schöppenmeisters Hieronymus Roth.  
12.02.1667 Der Rat der Stadt Peitz erhält von Kurfürst Friedrich Wilhelm das Privileg, Cottbuser und andere Märkische Biere im Ratskeller einzulagern und auszuschenken. Die Einnahmen des Bierausschanks sollen zur Unterhaltung des Rathauses und der Schule verwendet werden.
17.08.1675 In einer Liste, die den aktuellen Bestand der Truppen in der Mark Brandenburg angibt, die für den Kurfürsten in Berlin erstellt wurde, wird Peitz mit einer Garnison von 300 Mann (ohne Ober- und Unteroffiziere) unter dem Kommando des Generalmajors von Schört erwähnt.
01.06.1688 Die Peitzer Festungsbesatzung besteht aus insgesamt 334 Soldaten.
05.07.1699 Kurfürst Friedrich III. verfügt, daß aus der Peitzer Festung 3 Stk. 24 pfd. Geschütze, 2 Stk. 12 pfd. "metallene Schlangen" und 3 Stk. 2 pfd. "die Rebhühner genannt, so auf dem Thurm stehen" in das neu erbaute Zeughaus nach Berlin gebracht werden müssen.  
  18. Jahrhundert
05.01.1702 Laut "Königlich Preußischem Krieges - Estat" besteht die Garnison der Festung Peitz aus insgesamt 343 Soldaten.
23.05.1703 In der Festung Peitz liegen insgesamt 292 Soldaten in Garnison. Von allen 12 preußischen Festungen liegt Peitz im Stärkeverhältnis an 5. Stelle.
17.03.1704 Die Peitzer Garnison, die aus insgesamt 292 Soldaten besteht, wird durch Anwerbung von 76 Mann auf eine Gesamtstärke von 368 Soldaten gebracht.
01.05.1718 Generalleutnant de Veyne berichtet König Friedrich Wilhelm I., daß die Festungswerke sehr schadhaft sind und er mit der Räumung des Festungsgraben begonnen habe. Er bittet den König, Hauptmann LORCH, der "das Vestungs Bau Wesen sehr woll inne hat, die Inspection dieser Arbeit auf zutragen".
01.06.1718 Generalleutnant de Veyne bittet König Friedrich Wilhelm I., 10 oder mehr Gefangene nach Peitz zu senden, um diese beim Festungsbau als Handlanger einsetzen zu können. Desweiteren teilt er ihm mit, daß er den "Parade-Platz ... mit einer guten Barriere des Viehes halber und anderer kleinen Umständen wegen" hat "verschließen laßen".
04.05.1719 In Peitz wird eine Feuerordnung für die Stadt eingeführt, in der Regelungen enthalten sind, wie sich die Einwohner der Stadt im Brandfall zu verhalten haben.
01.01.1722 Im "General - Bericht aller Geschütze in den preußischen Vestungen", den Oberst von Linger König Friedrich Wilhelm I. vorlegt, sind 19 Festungen mit ihrem Artilleriebestand aufgeführt. Peitz rangiert mit insgesamt 43 Geschützen an 12 Stelle.
02.11.1731 In der Unterfestung Peitz befinden sich 77 bewohnte Häuser: 19 Bierhäuser, 28 Mittelhäuser, 9 Kleinhäuser und 21 Kleinhäuser, die zuvor Baracken gewesen sind.  
01.10.1739 Laut Verpflegungsetat besteht die Peitzer Garnisonkompanie aus drei Offizieren, acht Unteroffizieren, einem Feldscher, zwei Tambours und 120 Gemeinen.
21.02.1744 In Peitz wird die Feuerordnung vom 04. Mai 1719 öffentlich bekannt gemacht und jedem Hauswirt wird ein gedrucktes Exemplar zugestellt. In diesem Zusammenhang werden in Peitz 25 Männer in drei Gruppen eingeteilt, die im Falle eines Stadtbrandes die Spritze, die Sturmleitern, die Feuerhacken und die Schleifen und Sturmfässer bedienen und handhaben. In diesen Männern kann man den Vorläufer der freiwilligen Feuerwehr sehen.
20.05.1744 Der Landmesser Ebeling und 5 seiner Mitarbeiter kommen nach Peitz und vermessen nördlich der Stadt das Garten- und Ackerland und die Wiesen. Dieses Gelände soll für neue Festungswerke genutzt werden.
Christoph Heinrich von Katt, Präsident der Neumärkischen Kammer und Kriegsrat von Laurens, halten mit den betroffenen Grundbesitzern einen Lokaltermin in Peitz ab. Dabei verhandeln sie mit den Grundstücksbesitzern über den Preis ihrer Wiesen und Äcker, die für das Anlegen der neuen Werke benötigt werden. Man einigt sich auf einen vorläufigen Gesamtkaufpreis in Höhe von 6001 Taler und 8 Groschen, da noch die Zustimmung König Friedrich II. fehlt.
Die Festung Peitz ist fortifikatorisch nicht mehr auf dem modernsten Stand. Man beginnt im westlichen Teil der Unterfestung neue moderne Erdwerke, Wassergräben und Überschwemmungsgebiete anzulegen. Als im August 1744 der 2. Schlesische Krieg ausbricht, stellte man den Bau der nur zum Teil fertig gestellten Erdwerke ein.
geplante Außenwerke im Norden
20.06.1744 König Friedrich II. genehmigt durch Kabinettsorder den durch den Präsidenten der Neumärkischen Kammer Christoph Heinrich von Katt ausgehandelten vorläufigen Ankauf der Grundstücke, die für die Errichtung der neuen Festungswerke gebraucht werden.
28.07.1744 Der Geheime Finanzrat von Schmid verhandelt über den Verkaufspreis mit den Peitzer Bürgern, deren Grundstücke zum Festungsbau eingezogen werden. Insgesamt werden 94 Morgen 21 Quadratruten (240.301 qm bzw. 24 ha) zum Preis von 6.493 Taler angekauft.
20.11.1747 Der Peitzer Bürgerschaft wird bekannt gegeben, daß ab sofort auf der Vorwerkswiese des Kommissars Schwan, welche vor dem Lieberoser Tor liegt, kein Vieh mehr weiden darf. Kommissar Schwan will dort 300 Maulbeerbäume anpflanzen.  
09.12.1749 Durch königliche Order wird in Peitz den Bürgern bekanntgemacht, daß die Soldaten des Neuen Garnisonregiments in Peitz Bürger der Stadt werden dürfen. Sie dürfen einem Gewerbe nachgehen und müssen die Accise entrichten; auch stehen sie unter der Jurisdiktion des Rates von Peitz. Nur bei Verbrechen gegen das Leben stehen sie unter der Gerichtsbarkeit des Regiments.
24.06.1756 Der Peitzer Festungskommandant, Generalmajor Jonathan Friedrich von Finck, teilt König Friedrich II. in einem Brief mit, "daß der große defensions Thurm auf hiesiger Citadel deßen dicke Mauern mit keinem Dache versehen, und deshalb schadhaft geworden war, nunmehro, nach dem von Eurer Königlichen Majeste allergnädigs approbirtem Entwurf und Anschlage reparirt, und durch Ausführung eines Sparrwerks und Dachs wieder in guten Stand gesetzt worden".  
25.08.1758 Belagerung und Einnahme der Festung durch die Österreicher
Die österreichischen Truppen unter dem Befehl des Generalfeldmarschallleutnants Gideon Ernst Freiher von LAUDON belagern die Festung. Nach einem 2-stündigen Feuergefecht erfolgen Verhandlungen. Der preußische Festungskommandant Oberst BRÖSICKE entschließt sich zu Kapitulation, da die Österreicher androhen, die Peitzer Vorstadt in Schutt und Asche zu legen und nur eine schwache preußische Garnison von ca. 200 Soldaten einem österreichischen Korps von ca. 10.813 Soldaten gegenübersteht. Die Preußen ziehen noch am gleichen Tag bei freiem Geleit in Richtung Berlin ab. Die Österreicher übernehmen die Festung und stationieren hier unter dem Kommando des Obristwachtmeisters BAUER ca. 400 Kroaten des Warasdiner St. Georger Regiments. Später wurde die Besatzung auf 500 Kroaten und 200 Mann vom Hallischen Infanterie Regiment aufgestockt.1
1 ... Malcherowitz: "Die Eroberung der Festung Peitz im Jahre 1758 durch die Österreicher" in Heft 4 der Schriftenreihe des Fördervereins für die Museen der Stadt Peitz e.V.
preußische Grenadiere
03.09.1758 Die Österreicher verlassen überstürzt die Peitzer Festung und ziehen sich in Richtung Hoyerswerda zu ihrem Hauptheer zurück, da der preußische Husarenoffizier Generalleutnant Hans Joachim von ZIETEN aus Richtung Guben kommend gegen Peitz vorrückt.
12.09.1758 Oberst BRÖSICKE rückt mit seiner Garnison wieder in die Festung Peitz ein. Bei seiner Ankunft fand er bereits 30 Invaliden und einen Unteroffizier in der Festung vor. Diese waren von Markgraf Karl, der mit seiner Streitmacht von Beeskow über Lübben nach Luckau den sich zurückziehenden Österreichern hinterher marschierte, in die Festung Peitz beordert worden. Wie Brösicke dem König weiter meldete, hatten die Österreicher die neun größten und besten Geschützen vernagelt und bei fast "... allen übrigen die Räder und Affuiten zerschlagen ... Von denen vorräthigen Magazin Beständen hat er consumirt 3 Wispel 10 Scheffel Roggen und 5 Wispel Mehl. Das übrige ist unbeschädigt zurück geblieben ...". Die Gelder aus der Magazin-, Fortifications- und Artilleriekasse in Höhe von 1.500 Talern habe der Feind geraubt. Jedoch seien die vom Umland hier deponierten Effekte und Kirchensachen unbeschadet vorhanden.

Sämtlichen Festungsgefangenen hätten die Österreicher bei ihrem Abzug die Freiheit geschenkt, bis auf den wegen Melancholie hier einsitzenden Leutnant Graf von SCHMETTAU. Dieser befinde sich immer noch in der Festung.
Inventur im Magazin
27.08.1759 Erneute Belagerung und Einnahme der Festung durch die Österreicher
Erneut wird Peitz von einem österreichischen Streifkorps unter Generalfeldmarschallleutnant von Hadick eingeschlossen und zur Kapitulation aufgefordert. Erfolgt die Kapitulation nicht, werden die Vorstädte abgebrannt und die Festung gestürmt. Oberst von Brösicke entscheidet sich zur Kapitulation, um den Einwohnern der Stadt Leid und Not zu ersparen und übergibt den Österreichern die Festung samt der Stadt.
1763 Die Festung hat nach dem 3. Schlesischen Krieg keine große militärische Bedeutung mehr. Teile des Festungsgeländes werden erstmals verpachtet.
Reißmann: Die Kunstdenkmäler des Stadt- u. Landkreises Cottbus, Deutscher Kunstverlag, Berlin, 1938, S. 168
1767 Friedrich der Große lässt erstmals Teile der Festung schleifen. Das Festungsgelände wird in Erbpacht gegeben und die Erwerber müssen die Wälle selbst abtragen.
Reißmann: Die Kunstdenkmäler des Stadt- u. Landkreises Cottbus, Deutscher Kunstverlag, Berlin, 1938, S. 167
30.08.1770 König Friedrich II. erläßt eine Order, in der er die Ansiedlung von 24 sächsischen Tuchmacherfamilien und eines Tuchbereiters in Peitz verfügt. Sie sollen freie Wohnung oder ein Wohngeld von 15 Talern erhalten. Ebenso sollen sie für 2 Jahre von der Akzise und 15 Jahre von jedem Service und jeder Einquartierung von Soldaten befreit sein.
  19. Jahrhundert
1844 Das Lieberoser Tor wird abgerissen. Von den 2 Stadttoren war das Lieberoser Tor mit ca. 23,5 m Länge das mächtigste. Es wird jedoch nicht alles abgerissen. Reste des Lieberoser Tores sind heute noch in den dort stehenden Häusern zu finden. Lieberoser Tor
1856/57 Abbruch des östlichen Teils der Malzhausbastei im Rahmen des Straßenbaus der Chaussee von Cottbus nach Guben. Es verbleiben noch 2 Tonnengewölbe.  
  20. Jahrhundert
1945 Die alte Hauptwache wird abgerissen. Die Hauptwache auf dem Festungsweg war früher ständig mit einem Unteroffizier, einem Tambour und 15 Soldaten besetzt. Sie hatten in erster Linie den Zugang zur Zitadelle zu schützen. Das Gebäude wurde durch einen Bombentreffer im 2. Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Alte Hauptwache
1970 Weiterer Abbruch der Malzhausbastei im Rahmen des Straßenausbaus. Von den noch vorhandenen 2 Tonnengewölben wird eines zur Hälfte abgerissen.  

© Christoph Malcherowitz     letzte Änderung 27.07.2007